Leuchtturm sein
Kundalini-Yoga so wie Yogi Bhajan es gelehrt hatte stärkt den ganzen Körper, macht flexibler und ausdauernder – und vermittelt ein gutes Körpergefühl, Ausgeglichenheit, Gelassenheit und manchmal lässt es dich HIGH fühlen.
Viele der Übungen besitzen unmittelbare Nähe zu den Praktiken des Yogic Sukshma Vyayama – ein System subtiler Yogaübungen welches von Swami Dhirendra Brahmachari in Nordindien gelehrt und auch aufgeschrieben wurde und heute unter anderem von dem Schweizer Reinhard Gammenthaler weiter gegeben wird.
Das Kundalini Tantra von Satyananda Saraswati ist eine ergiebige Quelle für und Perspektive auf die Arbeit mit den feinstofflichen Körpern, mit Pranayama, Mudra, Chakren im Yogasystem. Welches mehr als Asanapraxis ist und nicht zuletzt den rechten Umgang mit sich selbst und der Mitwelt einschließt (Yama und Niyama)
Mein Anliegen im Unterricht ist es, das Bewusstsein für die eigene Auf- und Ausrichtung zu schärfen, den Atem als bewegende und alles durchdringende Energie erlebbar zu machen, Achtsamkeit und Gewahrsein zu erhöhen und nach und nach die Erfahrung zu vermitteln, dass die eigenen Grenzen beweglich sind. Dies geschieht unter Berücksichtigung der individuellen körperlichen Voraussetzungen!
Meine Yogastunden sind mal fordend, mal ruhig, mal mehr Yang mal mehr Yin.
Yogastunde im Kunstverein Kohlenhof e.V. in Nürnberg, Juli 2022, Ausstellung Herbare von Katja Then.
... Bewusstsein und Unterbewusstein verbinden sich ...
Ein Anliegen des Yoga ist der Prozess der Bewusstwerdung und des Anregens und Freisetzens der Kundalini-Energie, einer universellen ätherischen großen Kraft, die für das Entstehen jeden Lebens zuständig ist und uns allen innewohnt.
Das Bild für den mysteriösen, abstrakten Begriff Kundalini [kundal bedeutet auf Sanskrit 'die Aufgerollte'] gemäß altindischer Lehren, ist eine Schlange, die dreieinhalbfach aufgerollt am unteren Ende der Wirbelsäule schlummert. Wenn sie erweckt wird, beginnt sie durch Sushumna Nadi [Energiebahn parallel zum zentralen Nervenkanal der Wirbelsäule] aufzusteigen, sie und uns aufzurichten, dabei unsere Chakren [feinstoffliche Energiezonen] zu durchdringen und zu aktivieren und damit unser gesamtes schöpferisches Potential zu erreichen, das Bewusstsein zu erweitern und zu verfeinern – "echt", aufrecht und selbst-bewusst zu sein.
Im Yoga wird an der Aufrichtung der Wirbelsäule, an der Reinigung des grob- und feinstofflichen Körpersystems und der Aktivierung der Chakren gearbeitet um diesen Aufstieg (der gleichzeitig auch Erdung bedeutet) allmählich ermöglichen zu können.
Eine Reise die hin und wieder sehr ungemütlich werden kann.
Yogi Bhajan (1929-2004) folgte 1968 einer Einladung nach Kanada und die USA und begann, seine besondere Form des Kundalini-Yoga zu unterrichten. Er öffnete damit damals ein noch relativ exklusives spirituelles Wissen, passte es an die Bedürfnisse der westlichen Kultur an (damals auch die Hippie-Kultur in den USA) und begann rasch damit, Lehrer auszubilden und diese wiederum in die Welt zu senden, um Yoga weiterzuverbreiten. "Love my teachings - don't love me" war ein Credo seines Wirkens. Er gründete 1969 in Los Angeles die 3hO, die „healthy happy holy Organization“ – quasi die Mutterorganisation der Kundalini-Yogalehrenden weltweit. Yogi Bhajan war Sikh. Es finden sich unter anderem Elemente dieser Religion mit ihrer Mystik und Sprache in dieser Form des Kundalini-Yoga wieder.
Das Ausüben von Yoga ist nicht an eine Religion gebunden!
Auch Yoga Bhajan hat ganz offenbar Machtmissbrauch auf verschiedenen Ebenen ausgeübt! Seit 2019 werden dieser Umstand und die Strukturen, die dies ermöglichten, offen in den verschiedenen Schulen diskutiert.
Kundalini Yoga so wie Yogi Bhajan es gelehrt hat ist in diesem Prozess Kinderschuhen und dogmatischem Regelwerk entwachsen und freier geworden. Es wird zunehmend angereichert mit dem klassischen Yogawissen und weiteren Werkzeugen, die Menschen dabei unterstützen, aufgeklärt mit sich selbst umgehen zu können.
Wichtig ist und bleibt: Übung macht die/den Meister:in!